- Ørsted hat im Windpark Hornsea 2 erfolgreich den Einsatz großer Frachtdrohnen zur Lieferung von Wartungsmaterial getestet.
- Die Drohnen können außerhalb der Sichtweite (BVLOS) operieren, was den Personaleinsatz reduziert.
- Der Test bestätigte, dass Drohnen die Arbeitseffizienz steigern und Betriebskosten sowie Emissionen senken können.
- Dies ist das erste Mal, dass Ørsted unter realen Bedingungen einen automatisierten Güterabruf realisiert hat.
Ørsted hat bekannt gegeben, dass im hauseigenen Offshore-Windpark Hornsea 2 in der Nordsee ein neuer Test mit einer großen Frachtdrohne abgeschlossen wurde. Ziel des Versuchs war es laut Unternehmen zu prüfen, ob Drohnen eine praktikable Alternative zu regulären Schiffsoperationen bei der Wartung darstellen können, um die damit verbundenen Kosten zu senken. Der Test wurde gemeinsam mit Skyports Drone Services durchgeführt, wobei dessen große Frachtdrohne zum Einsatz kam. Laut Pressemitteilung entwickelte das Skyports-Team für diesen Test eine neue Lastaufnahmemethode und realisierte einen automatisierten Hakenbetrieb.
Bemerkenswert ist, dass die Drohne außerhalb der Sichtweite (BVLOS) operierte, was bedeutet, dass der Drohnenpilot keinen visuellen Kontakt zum Gerät halten muss. In diesem Szenario demonstrierte das Team Lieferungen im Windpark über eine Distanz von rund 2,5 Meilen (4 Kilometer) ohne visuellen Kontakt. Das Team erklärte, dies minimiere den Personaleinsatz und ermögliche der Drohne, Fracht selbstständig aufzunehmen und abzuwerfen.
Innovation im Drohnenbetrieb
Der Test dauerte rund vier Wochen und erforderte die Zusammenarbeit eines vielfältigen Teams aus Sicherheits-, Luftfahrt- und Drohnenspezialisten sowie weiteren Technikern. Ørsted setzte die Drohne für die Schwerstarbeit ein und koordinierte eng mit der britischen Zivilluftfahrtbehörde (Civil Aviation Authority). Jedes Paket wog zwischen 121 Pfund (55 Kilogramm) und 143 Pfund (65 Kilogramm) und enthielt Werkzeuge, Ersatzteile und weiteres missionsspezifisches Material. Die Pakete wurden anschließend zu verschiedenen Turbinen geliefert, damit Techniker sie bei Ankunft verarbeiten konnten. Nach Abschluss sammelte die Drohne die benutzten Pakete wieder ein und brachte sie zurück zum Service Operation Vessel (SOV).
Die Technik beeindruckt, doch wie sieht der tatsächliche Bedarf aus? Traditionell müssen Wartungspakete erst zur Baustelle gebracht werden. Nach Ankunft müssen sie zum Windrad hinaufgezogen werden – ein zeitaufwändiger und potenziell gefährlicher Vorgang. Drohnen hingegen können Pakete vergleichsweise mühelos vom SOV (Ausgangspunkt) zum Einsatzort liefern, etwa auf die Turbinenspitze. Dies eröffnet auch die Möglichkeit, dringend benötigte Ersatzteile nahezu ohne Verzögerung direkt vor Ort bereitzustellen. „Die Offshore-Umgebung ist ein anspruchsvolles Terrain – herkömmliche Turbinenlogistik, sei es per Schiff oder Hubschrauber, erfordert Zeit, Koordination und birgt unterschiedliche Risiken und Kosten.
In Hornsea 2 haben wir das Potenzial von Frachtdrohnen als praktikable Alternative aufgezeigt, die diese Faktoren auf ein Minimum reduziert“, erklärte Alex Brown, CEO von Skyports Drone Services, in der Pressemitteilung.
Praktische Anwendung der Drohnentechnologie
Er fügte hinzu: „Diese Drohnen bieten Betreibern wie Ørsted einen praktischen Weg, Hebevorgänge und Schiffsbewegungen zu reduzieren, die Effizienz der Techniker zu steigern und die Stromerzeugungszeit der Turbinen zu maximieren.“ Zu beachten ist, dass dies nicht Ørsteds erstes Experiment mit Schwerlastdrohnen in Offshore-Windparks ist, doch dieser Test markiert das erste Mal, dass ein automatisierter Güterabruf und -rücktransport unter realen Bedingungen demonstriert wurde. „Dieser Test bestätigt unseren Ansatz, Drohnentechnologie in den Regelbetrieb zu integrieren. Durch effizientere und sicherere Lieferung von Teilen und Werkzeugen können wir die Verfügbarkeit der Turbinen verbessern und Emissionen sowie Betriebskosten senken“, erklärte Richard McCrilley, Projektleiter bei Ørsted.
„Da wir täglich vor Ort präsent sind, können wir auf verschiedenste kurzfristige Fluganfragen reagieren und Ausrüstung zur Unterstützung der Teams bereitstellen. Wir können sowohl geplante als auch Notfalleinsätze abdecken.“
Das Potenzial von Drohnen in Offshore-Windparks
Der Einsatz von Drohnen in Offshore-Windparks zeigt ihr Potenzial, die Wartungseffizienz zu steigern und Kosten zu senken. Herkömmliche Logistikwege sind nicht nur zeitaufwändig, sondern bergen auch Sicherheitsrisiken, während Drohnen Wartungsmaterial schnell und sicher transportieren können. Der erfolgreiche Test dieser Technologie bietet Windparkbetreibern nicht nur eine neue Option, sondern könnte auch die Arbeitsweise der Offshore-Wartung grundlegend verändern und so die Entwicklung erneuerbarer Energien weiter vorantreiben.

