- Antares erhält einen Vertrag über 161 Millionen US-Dollar zur Förderung der Entwicklung von Weltraum-Kernreaktoren.
- Das R1-S-Reaktordesign wird auf der Erde demonstriert und mit Raumfahrzeugen integriert.
- Kernenergie kann Raumfahrzeugen mehr Manövrierfreiheit bieten und schwere Rechenlasten unterstützen.
- Antares erreichte zuvor einen Reaktormeilenstein und wurde das erste private Unternehmen, das Kritikalität erlangte.
Seit 1965 hat die USA keinen Kernreaktor mehr im Weltraum betrieben. Antares plant nun, dies mit einem Verteidigungsauftrag im Wert von 161 Millionen US-Dollar zu ändern. Das Unternehmen für Nuklear-Mikroreaktoren hat den Strategic Funding Increase Award der US Space Force erhalten und wird diese Mittel nutzen, um Kernenergiesysteme für zukünftige Weltraummissionen voranzutreiben. Der Preis steht an der Spitze der derzeitigen US-Verteidigungsinvestitionen in die Weltraumkernenergie und bietet Antares einen Entwicklungspfad vom Testen des Reaktors auf der Erde bis hin zu einem potenziellen Flugsystem. Dieses Programm könnte schließlich eine kontinuierliche Stromquelle für Raumfahrzeuge bereitstellen, was vor dem Hintergrund des wachsenden Bedarfs an Rechenleistung und fortschrittlichen Systemen bei Militärsatelliten besonders wichtig ist.
R1-S-Reaktordesign und Tests
Antares wird zunächst sein R1-S-Reaktordesign auf der Erde demonstrieren. Ingenieure werden das System anschließend mit einem Raumfahrzeug integrieren, um vor dem Start die Flugzulassung zu erhalten. Das R1-S verwendet Wärmerohre, um Wärme von seinem Kern zu übertragen, ein Design, das viele der mechanischen Teile vermeidet, die in herkömmlichen Kühlsystemen üblich sind. Antares plant auch, seinen Mark-1-Reaktor zu nutzen, um ein funktionierendes System von der Erde in den Weltraum zu etablieren. Die Tests sollen 2027 beginnen, wobei der Mark-1 über ein geschlossenes Brayton-Kreislauf-Stromerzeugungssystem Strom erzeugen wird.
Antares erwartet, dass der Reaktor während der Tests länger als sechs Monate laufen wird.
Das Unternehmen glaubt, dass Kernenergie nicht nur eine Energiequelle ist; der Reaktor kann Raumfahrzeugen eine größere Manövrierfreiheit bieten und das schnelle Erschöpfen begrenzter Energievorräte vermeiden. Die kontinuierliche Stromversorgung kann auch schwerere Rechenlasten und gerichtete Energiesysteme unterstützen. Mit dem zunehmenden Eintritt von Militäroperationen in anspruchsvollere Orbitalumgebungen werden diese Fähigkeiten immer wichtiger.
Antares erreichte bereits Anfang dieses Jahres einen wichtigen Reaktormilestone. Ihr Mark-0-Mikroreaktor erreichte am 4. Juni am Idaho National Laboratory die anfängliche Kritikalität. Die anfängliche Kritikalität bedeutet, dass der Reaktor eine sich selbst erhaltende nukleare Kettenreaktion aufrechterhielt. Das Energieministerium autorisierte diesen Test im Rahmen seines Reaktor-Demonstrationsprogramms, und dieser Meilenstein machte Antares zum ersten privaten Unternehmen, das im Rahmen dieses Programms die Kritikalität eines fortschrittlichen Reaktors erreichte und vor den größeren Mark-1-Tests praktische Betriebserfahrung gewann.
Ziele der US-Weltraumkernenergiepolitik
Mit der Zeit hat dies den Weltraumprogrammen zusätzlichen Schwung verliehen. Antares sammelte im Juli in der C-Finanzierungsrunde 470 Millionen US-Dollar. Der Chief Executive Officer und Mitbegründer Jordan Bramble sagte, dass das Unternehmen seit seiner Gründung die Weltraumanwendungen verfolgt hat. Er beschrieb diesen Preis als Zeichen dafür, dass diese Ambitionen zu einer offiziellen Mission geworden sind. Die breiteren Bemühungen der USA haben auch klare politische Ziele. Die Executive Order 14369 legt Pläne fest, bis spätestens 2028 einen Kernreaktor in den Weltraum zu bringen, und eine nationale Initiative plant, bis 2030 auf der Mondoberfläche Kernenergie zu implementieren.
Diese Ziele erfordern zuverlässige Systeme, die sowohl dem Start standhalten als auch in einer Umgebung fernab traditioneller Strominfrastrukturen betrieben werden können. Die USA haben nur einen Kernreaktor in den Weltraum gebracht; die NASA startete 1965 SNAP-10A als experimentelles Kernenergiesystem. Mehr als sechs Jahrzehnte später verfolgt Antares eine völlig andere Reaktorgeneration. Ihr System ist auf Militärraumfahrzeuge ausgerichtet, die eine kontinuierliche Stromversorgung und größere betriebliche Flexibilität benötigen. Wenn es erfolgreich ist, wird es die USA nach einer bemerkenswerten Lücke wieder in den Besitz eines weiteren Kernreaktors im Orbit bringen.
Die nächste Herausforderung besteht darin, nachzuweisen, dass ein kompakter Bodenkernreaktor den Anforderungen des Starts und des Weltraumbetriebs gerecht werden kann.
Der Einfluss der Antares-Kernreaktoren auf die Weltraumforschung
Das Kernreaktorprogramm von Antares markiert einen bedeutenden Fortschritt der USA im Bereich der Weltraumkernenergie. Mit dem zunehmenden Bedarf der militärischen Anforderungen wird eine kontinuierliche Stromquelle immer wichtiger. Die erfolgreich erreichten Reaktormeilensteine des Unternehmens und die zukünftigen Testpläne zeigen das Potenzial seiner Technologie und könnten die Art und Weise verändern, wie Weltraummissionen durchgeführt werden. Die politische Unterstützung der US-Regierung für Kernenergie bietet Antares auch die nötige Dynamik, um die Nachhaltigkeit der zukünftigen Weltraumforschung zu fördern.

