China und IAEA unterzeichnen Abkommen zur Förderung des Technologieaustauschs bei Hochtemperaturreaktoren

·von Henderson·Engineering
China und IAEA unterzeichnen Abkommen zur Förderung des Technologieaustauschs bei Hochtemperaturreaktoren
Schwerpunkte
  • China und IAEA unterzeichnen Abkommen zur Förderung der Zusammenarbeit bei Hochtemperaturreaktor-Technologie.
  • Hochtemperaturreaktoren können zur Stromerzeugung und als industrielle Wärmequelle genutzt werden – die Nachfrage steigt.
  • Das neue Abkommen baut auf Chinas HTGR-Ingenieurserfahrung auf und fördert den internationalen Austausch.
  • Das Abkommen eröffnet China einen internationalen Kanal zur Weitergabe seiner Kerntechnologie.

China und die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) wollen gemeinsam die Hochtemperaturreaktor-Technologie voranbringen und eröffnen damit einen neuen Kanal für den Austausch chinesischer Ingenieurserfahrung. Das Abkommen wurde von China Nuclear Energy Science & Technology Co., Ltd., einem Tochterunternehmen der China National Nuclear Corporation (CNNC), und der IAEA in Wien unterzeichnet – zeitgleich zur Eröffnung der 70. Generalkonferenz der Organisation. Es umfasst die Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung, Auslegung, Bau, Inbetriebnahme und Betrieb von Hochtemperaturreaktoren (HTGR). Beide Seiten werden zudem Informationen zu Lieferketten und Personalschulung austauschen. Das Abkommen könnte es anderen Ländern erleichtern, Zugang zu Chinas HTGR-Ingenieurserfahrung zu erhalten, da die Nachfrage nach solchen Reaktoren wächst – parallel zum steigenden Interesse an Nuklearsystemen, die sowohl Strom als auch Prozesswärme auf hohem Temperaturniveau liefern können.

Anwendungen der Hochtemperaturreaktor-Technologie

Hochtemperaturreaktoren zählen zur Kategorie der fortschrittlichen Reaktoren der vierten Generation und sind für den Betrieb bei höheren Temperaturen ausgelegt als herkömmliche Kernkraftwerke. Ihre Hochtemperaturwärme lässt sich nicht nur zur Stromerzeugung nutzen, sondern auch für industrielle Prozesse, Dampfproduktion und Wasserstofferzeugung. China entwickelt die HTGR-Technologie seit Langem für Stromerzeugung und industrielle Anwendungen. Das HTR-PM-Demonstrationsprojekt in Shidao Bay in der Provinz Shandong nutzt zwei kleine Reaktormodule zum Antrieb einer Dampfturbine und nahm 2023 den kommerziellen Betrieb auf. Das neue Abkommen knüpft an diese Ingenieurserfahrung an. Laut CNNC wird die Zusammenarbeit mit der IAEA den internationalen Austausch rund um Entwicklung und Einsatz von HTGR-Kernkraftwerken unterstützen.

IAEA-Generaldirektor Rafael Mariano Grossi und hochrangige Vertreter der chinesischen Kernenergiebranche wohnten der Unterzeichnung im Rahmen der Konferenz bei. Grossi erhielt zudem ein Briefing zur chinesischen HTGR-Technologie sowie zum kleinen modularen Reaktor Linglong One (ACP100).

Zu den laufenden chinesischen Vorhaben gehört auch der Einsatz von Kernreaktoren als industrielle Wärmequelle, die nicht primär in die Einspeisung ins Stromnetz geht. Der Bau des Kernheizkraftwerks Xuwei in der Provinz Jiangsu begann im Januar 2026. Das Projekt kombiniert Hochtemperaturreaktor-Technologie mit einem Druckwasserreaktor und ist in erster Linie auf die Lieferung von Prozesswärme ausgelegt, während die Stromerzeugung ein Nebenprodukt darstellt. CNNC erwartet, dass die Anlage nach Fertigstellung und Inbetriebnahme jährlich mehr als 35 Millionen Tonnen Industriedampf liefern wird. Das Projekt soll einen großen petrochemischen Industriekomplex versorgen, dessen Verfahren in der Region einen besonders hohen Wärmebedarf aufweisen.

Erweiterung der Rolle der Kernenergie in der Industrie

Der Einsatz von Kernenergie zu diesem Zweck könnte die Rolle von Reaktoren bei der Reduzierung fossiler Brennstoffe in energieintensiven Industrien stärken. Das Kooperationsabkommen mit der IAEA deckt diese breitere Anwendung der HTGR-Technologie ab.

Laut CNNC können die geteilten Ingenieurserfahrungen Anwendungen in Stromerzeugung, industrieller Wärmeversorgung und Wasserstoffproduktion unterstützen. Die Unterzeichnung fällt in eine Phase, in der各国核能作為加強能源安全及減少碳排放的選項 – das Abkommen selbst bedeutet jedoch nicht, dass Chinas HTGR-Reaktoren in anderen Ländern gebaut werden. Es schafft einen Rahmen für technische Zusammenarbeit und Informationsaustausch. Für China bietet das Abkommen einen internationalen Kanal, um Erfahrungen aus seinen wachsenden fortschrittlichen Kernenergieprojekten weiterzugeben. Für die IAEA stärkt die Kooperation ihre Arbeit an fortschrittlichen Reaktoren und an den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Kernenergie jenseits der herkömmlichen Stromerzeugung.

Internationalisierung der chinesischen Kerntechnologie

Das Kooperationsabkommen zwischen China und der IAEA markiert einen wachsenden internationalen Einfluss Chinas im Bereich der Hochtemperaturreaktor-Technologie. Da die globale Nachfrage nach sauberer Energie steigt, gewinnt Kernenergie als nachhaltige Energieoption zunehmend an Aufmerksamkeit. Das Abkommen fördert nicht nur den technischen Austausch, sondern bietet anderen Ländern auch die Möglichkeit, von chinesischen Erfahrungen zu lernen – und treibt so Entwicklung und Einsatz von Kerntechnologie weiter voran. Dieser Trend könnte die internationale Energielandschaft verändern und zu mehr globaler Energie sicherheit sowie zur Erreichung der CO2-Reduktionsziele beitragen.

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