- Deutschland zeigt erstmals den F-35A und plant die Stationierung von 35 Exemplaren als Tornado-Nachfolger.
- Der F-35A verfügt über Tarnkappeneigenschaften und leistungsstarke Sensortechnik und stärkt die Einsatzfähigkeit der Luftwaffe.
- Im Jahr 2022 unterzeichnete Deutschland ein Abkommen über 8,8 Milliarden US-Dollar und verwarf den früheren F-18-Kaufplan.
- Die Luft- und Weltraumstreitkräfte werden Teil der internationalen F-35-Gemeinschaft, was die Einsatzweise verändert.
Deutschland hat seine erste F-35A Lightning II enthüllt und bereitet die Stationierung von 35 Kampfflugzeugen der fünften Generation vor, um seine gealterten Tornados bei Nukleareinsätzen zu ersetzen. Lockheed Martin präsentierte der deutschen Regierung am 18. September die erste F-35A bei einer Zeremonie in seiner Produktionsstätte in Fort Worth, Texas. Laut Pressemitteilung von Lockheed Martin plant das Unternehmen die Auslieferung des ersten Flugzeugs in diesem Jahr und die volle Einsatzbereitschaft bis 2029.
Die ersten acht deutschen Flugzeuge werden noch in diesem Herbst auf der Ebbing Air National Guard Base in Arkansas für das Pilotentraining eintreffen. Lockheed Martin plant, die ersten F-35 bis Ende 2027 nach Deutschland zu liefern.
Technologische Vorteile der F-35A
Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärte in einer Pressemitteilung: „Dies ist der Beginn einer neuen Ära für die deutsche Luftwaffe: Die neue F-35A ist das modernste Kampfflugzeug der Welt.“ Er fügte hinzu: „Sie zeichnet sich durch ihre Tarnkappeneigenschaften, ihre enge Integration mit anderen Plattformen und ihre äußerst leistungsstarke Sensortechnik aus. Die F-35A kann große Datenmengen erfassen und schnell zu einem umfassenden Lagebild zusammenführen.“ Deutschland plant den Kauf von 35 F-35A, der auf einem 8,8-Milliarden-Dollar-Abkommen aus dem Jahr 2022 beruht – eine Folge der russischen Invasion in der Ukraine, wie Breaking Defense berichtete.
Hintergrund der Kaufentscheidung
Das Abkommen kam zustande, nachdem die USA 2022 einen möglichen Verkauf der F-35 an Deutschland genehmigt hatten. Laut einem Bericht von Defense News vom Juli 2022 genehmigte das US-Außenministerium den Verkauf von bis zu 35 F-35A samt zugehöriger Munition und Ausrüstung zu geschätzten Kosten von 8,4 Milliarden US-Dollar. Der F-35-Kauf machte den früheren Plan Deutschlands zunichte, von Boeing hergestellte F-18 zu erwerben. Wie Defense News berichtete, sollen diese Flugzeuge bis 2030 die nuklearen Aufgaben der alternden PA-200 Tornado-Flotte der deutschen Luftwaffe übernehmen.
Die Tornado-Staffel, die diese Aufgabe wahrnimmt, ist die 33. Staffel des Taktischen Luftwaffengeschwaders in Büchel, Deutschland.
General Holger Neumann, Inspekteur der Luft- und Weltraumstreitkräfte, sagte in der Lockheed-Martin-Pressemitteilung: „Mit der F-35 erhält die Luft- und Weltraumstreitkräfte ein modernes, ausgereiftes und hocheffizientes Kampfflugzeug der fünften Generation.“ Er erklärte: „Dies wird nicht nur unsere Luft- und Weltraumstreitkräfte erheblich verändern, sondern auch unsere Denkweise, Führung und Einsatzweise. Die F-35 wird uns zu einem Teil der größeren internationalen F-35-Gemeinschaft machen.“
Laut Lockheed Martin haben sich bereits 20 Nationen für die F-35 entschieden, darunter 13 europäische Länder. Weltweit sind derzeit über 1.355 F-35 im Einsatz, die Flotte hat mehr als 1 Million Flugstunden absolviert und operiert von 42 Stützpunkten aus. Die deutsche Industrie ist seit 2001 am F-35-Programm beteiligt. Lockheed Martin teilte mit, dass weiterhin nach zusätzlichen Möglichkeiten für deutsche Unternehmen in den Bereichen Fertigung, Wartung, Ausbildung und Forschung gesucht werde. Nach der Enthüllung des ersten deutschen Flugzeugs werden die nächsten acht F-35A noch in diesem Herbst nach Arkansas verlegt, um dort Pilotentraining zu absolvieren. Die ersten Flugzeuge sollen Ende 2027 in Deutschland eintreffen und 2029 die volle Einsatzbereitschaft erreichen.
Auswirkungen der F-35A auf die deutsche Luftwaffe
Die Einführung der F-35A markiert einen wichtigen Schritt in der militärischen Modernisierung Deutschlands, zumal die Bedeutung der Landesverteidigung nach dem russisch-ukrainischen Konflikt deutlich gestiegen ist. Die Tarnkappeneigenschaften und die fortschrittliche Sensortechnik der F-35A werden die Einsatzfähigkeit der deutschen Luftwaffe im NATO-Rahmen erheblich stärken und eine effektivere Zusammenarbeit mit anderen Verbündeten ermöglichen. Darüber hinaus spiegelt diese Entscheidung die neue Rolle Deutschlands in der globalen militärischen Kooperation wider und bindet das Land enger an andere Nationen, die sich ebenfalls für die F-35 entschieden haben.

