Britische Forscher entwickeln neuartigen soliden „Rotationslautsprecher" und reproduzieren den Klang von Röhrenorgeln der 1930er Jahre

·von Henderson·Engineering
Britische Forscher entwickeln neuartigen soliden „Rotationslautsprecher" und reproduzieren den Klang von Röhrenorgeln der 1930er Jahre
Wichtige Punkte
  • Forscher entdecken eine neuartige Methode zur Erzeugung von Soundeffekten und eröffnen damit neue Möglichkeiten für musikalische Darbietungen.
  • Der neuartige solide Rotationslautsprecher ist vom Leslie-Lautsprecher der 1930er Jahre inspiriert.
  • Das neue Gerät moduliert Schallwellen mittels elektronischer Signale und weist organischere Eigenschaften auf als herkömmliche Lautsprecher.
  • Diese Technik wird als erste bedeutende Innovation im Bereich der Soundeffekte angesehen, die über bisherige schrittweise Verbesserungen hinausgeht.

Elektrotechnikingenieure der University of Nottingham haben eine innovative Methode zur Erzeugung von Soundeffekten entdeckt. Durch die Manipulation der Wechselwirkungen zwischen Schallwellen eröffnet diese Technik neue Möglichkeiten für musikalische Darbietungen und Produktionen. Dieser Ansatz bewegt sich zwischen herkömmlichen elektronischen und mechanischen Soundeffekten – ein Bereich, der laut den Forschern über lange Zeit hinweg kaum Beachtung fand. Die Ergebnisse wurden im Journal of the Audio Engineering Society veröffentlicht.

Das Team hat einen neuartigen soliden „Rotationslautsprecher" entwickelt, der vom klassischen Leslie-Lautsprecher inspiriert ist, dessen motorisierter Effekt ursprünglich in den 1930er Jahren für die elektronische Orgel entwickelt wurde. Statt auf bewegliche Teile zu setzen, nutzt das neue Gerät eine Anordnung ringförmig angeordneter Lautsprecher und überträgt Signale elektronisch zwischen den einzelnen Elementen der Anordnung, anstatt die Bewegung mechanisch zu simulieren.

Das Designkonzept des neuartigen Lautsprechers

Der ursprüngliche Leslie-Lautsprecher nutzte Motoren und Riemen, um Lautsprecher und Schallwände physisch zu bewegen und erreichte die Klangmodulation durch tatsächliche Bewegung. Dieses Design hat die Popmusik nachhaltig geprägt und zahlreiche Nachahmungen sowie Varianten inspiriert, die heute in elektronischer, digitaler und Software-Plugin-Form weit verbreitet sind, darunter Phaser- und Chorus-Effekte. Trotz seiner Beliebtheit gilt der ursprüngliche akustisch-mechanische Effekt, bei dem sich die Klangquelle tatsächlich im Raum bewegt, im Allgemeinen als überlegen gegenüber seinen elektronischen und digitalen Nachbildungen.

Das neue Gerät aus Nottingham versucht, diese Lücke auf andere Weise zu schließen. Anstatt ein elektrisches Signal an einem einzelnen feststehenden Lautsprecher zu modulieren, wird die Phase der physischen Schallwelle selbst moduliert – in dem Moment, in dem die Welle auf den Hörer zukommt und ihn umgibt. Nach Aussage der Forscher verleiht dieser Unterschied dem erzeugten Effekt organischere Eigenschaften und eine stärkere empfundene Tiefe als herkömmliche Simulationen.

Eine bedeutende Innovation bei Soundeffekten

Der solide Rotationslautsprecher stellt den ersten ernsthaften Versuch dar, den Charakter des ursprünglichen Leslie einzufangen, ohne dessen unhandliche mechanische Komponenten zu übernehmen. Innovationen seit den 1990er Jahren, so Fernando Perez-Cota, Assistant Professor in der Fakultät für Elektrotechnik der University of Nottingham, beschreiben die übliche Begrenzung in diesem Bereich. Klangmodulation in der Musik erfolgte bisher traditionell nach einem von zwei Wegen: entweder akustisch-mechanisch wie der ursprüngliche Leslie oder elektronisch-digital – dazwischen gab es kaum einen nennenswerten Mittelweg. Er beschreibt diese Arbeit als den ersten wirklichen Versuch, diese Grenze aufzuweichen.

Die Forscher ordnen diese Entwicklung als die erste bedeutende Innovation im Bereich der Soundeffekte seit dem Aufkommen digitaler Modellierungstechniken in den 1990er Jahren ein. Diese Lücke umfasst rund drei Jahrzehnte, die größtenteils von schrittweisen Verbesserungen geprägt waren, nicht von wirklich neuartigen Ansätzen. Nicholas Wolstenholme, Masterstudent der Ingenieurwissenschaften und Mitglied des Projekts, erklärte, das Konzept gehe weit über die bloße Nachbildung spezifischer Merkmale des Leslie-Lautsprechers hinaus. Es stelle ein völlig neues Paradigma für Soundeffekte und Klangmodulation dar, das hochwertige Effekte zu Kosten und in einem Umfang liefern könne, die sich nahezu jeder Musikschaffende leisten könne, und nicht länger nur professioneller oder hochpreisiger Ausrüstung vorbehalten bleibe.

Wie der solide Lautsprecher die Musikproduktion verändert

Die Entwicklung des neuartigen soliden Rotationslautsprechers ist nicht nur eine Reproduktion des klassischen Leslie-Lautsprechers, sondern ein wichtiger Durchbruch in der Musiktechnologie. Durch die Modulation von Schallwellen mittels elektronischer Signale überwindet diese Technik die Beschränkungen herkömmlicher mechanischer Lautsprecher und bietet Musikschaffenden ein flexibleres und kreativeres Werkzeug. Mit dem Fortschritt der Musikproduktionstechnologie dürfte diese Innovation hochwertige Soundeffekte einem breiteren Publikum zugänglich machen und es einer größeren Zahl von Musikschaffenden ermöglichen, mühelos professionelle Klänge zu erzielen – wodurch die Vielfalt und Entwicklung der Musikproduktion weiter vorangetrieben wird.

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