- Die USA stationieren erstmals öffentlich eine Orbitalwaffe im Weltraum, um Anti-Weltraum-Bedrohungen zu begegnen.
- China warnt die USA, ihre militärischen Aktivitäten im All nicht auszuweiten, um einen Rüstungswettlauf zu vermeiden.
- Das US-Militär will seine orbitale Verteidigung gegen Bedrohungen aus China und Russland stärken.
- Experten vermuten, dass das stationierte Waffensystem unter anderem elektronische Kampfmittel umfassen könnte.
Die USA haben erstmals öffentlich eingeräumt, eine „im Orbit" befindliche Waffe im Weltraum zu stationieren. Dies geschehe aus Sicht des Landes als notwendige Reaktion auf die wachsenden Anti-Weltraum-Bedrohungen durch Russland und China, während Peking vor einem Rüstungswettlauf im All warnt. Auf einer Luftwaffenkonferenz in Maryland verkündete US-Luftwaffenminister Troy Meink diese brisante Nachricht mit Bedacht, um mögliche Gegner zu warnen. Im Anschluss forderte China die USA auf, ihre militärischen Aktivitäten im erdnahen Weltraum nicht auszuweiten und keine Kriegsvorbereitungen zu treffen, und warnte, dies könne einen orbitalen Rüstungswettlauf auslösen. Meink erklärte auf der Konferenz: „Heute stellen wir weiterhin sicher, dass wir jederzeit bereit sind, auf eine Vielzahl sich wandelnder Bedrohungen zu reagieren."
Er führte aus: „Aus diesem Grund verfügen die USA nun über im Orbit befindliche Waffensysteme zur Weltraumkontrolle, die verbündete Streitkräfte vor feindlichen Maßnahmen schützen können." Er gab keine weiteren Einzelheiten bekannt und äußerte sich weder dazu, wann diese Hardware gestartet wurde, wie viele Systeme derzeit die Erde umkreisen, noch zu ihrer konkreten Funktion. Die Botschaft ist dennoch klar: Der Weltraum ist nicht länger nur ein Ort für Aufklärung und globale Navigationssysteme – er könnte zu einem aktiven Schlachtfeld werden.
Zweck der US-Weltraumwaffe
Hochrangige US-Militärs hatten zuvor angekündigt, angesichts der Bemühungen beider Länder, in einem möglichen künftigen Konflikt US-Satelliten anzugreifen, ihre orbitale Verteidigungsposition stärken zu wollen. Washington hat nun die Existenz seiner Weltraumwaffe bestätigt, halten jedoch alle Details zum Betrieb streng geheim. Wie die BBC berichtet, erklärte ein Sprecher der US Space Force: „Weltraumkontrolle umfasst das Spektrum an Missionen, die erforderlich sind, um den Weltraum zu beanspruchen und zu beherrschen – den Einsatz kinetischer und nicht-kinetischer Mittel, um die Fähigkeiten eines Gegners zu beeinflussen, ihn zu stören, zu schwächen und, falls nötig, zu zerstören." Diese Fähigkeiten können unter Führung des Gefechtsstabs sowohl für offensive als auch defensive Zwecke eingesetzt werden.
Obwohl der Weltraumvertrag von 1967 die Stationierung von Massenvernichtungswaffen in der Erdumlaufbahn streng verbietet, lässt er für konventionelle militärische Hardware erheblichen Spielraum. Dr. Bleddyn Bowen, Verteidigungsanalyst am Royal United Services Institute, erklärte gegenüber der BBC, dass die öffentlich verfügbaren Informationen über die stationierte Technologie sehr begrenzt seien und diese verschiedene Waffensysteme umfassen könne. Er vermutet, dass es sich bei dem Objekt am wahrscheinlichsten um eine orbitale Plattform für elektronische Kriegführung oder Funkstörung handelt, vergleichbar mit Technologien am Boden zur Blockierung von Kommunikation. Obwohl kinetische Vernichtungsfahrzeuge, die Satelliten physisch rammen und zerstören könnten, ebenfalls eine Möglichkeit darstellen, ist dieses Szenario weniger wahrscheinlich, da es enorme Mengen an Weltraumschrott erzeugen würde.
Scharfe Reaktion aus China
Diese rasche Offenlegung fällt allerdings mit der beschleunigten Umsetzung des „Golden Dome"-Raketenabwehrprogramms der Regierung zusammen, das weltraumgestützte Abfangsysteme umfasst. Peking reagierte nahezu unverzüglich. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, forderte Washington auf, seine militärische Präsenz im erdnahen Weltraum nicht auszuweiten, und warnte vor einem möglicherweise katastrophalen Weltraumwettlauf. Washington kontert, es bleibe keine andere Wahl. Anfang Februar durchgesickerte Enthüllungen zeigten, dass zwei russische Satelliten nach der Invasion der Ukraine im Jahr 2022 möglicherweise die Signale von mindestens zwölf europäischen Raumfahrzeugen abgefangen haben. Experten warnen, diese Abhöraktionen könnten russischen Geheimdiensten ermöglichen, sensible übertragene Daten mitzulesen und möglicherweise sogar direkte Kontrolle über diese Satelliten zu erlangen.
Daraufhin hatte die USA im Jahr 2024 eine Warnung vor dem Start eines weiteren russischen Satelliten ausgestoßen, der als mit offensiven Anti-Weltraum-Fähigkeiten ausgestattet gilt, worauf Moskau bislang öffentlich nicht reagiert hat. Die Website der US Space Force stellt fest: „China entwickelt und betreibt im Rahmen seiner militärischen Modernisierungsstrategie Weltraum- und Anti-Weltraum-Fähigkeiten." Andererseits „betrachtet Russland den Weltraum als Kriegsdomäne und ist überzeugt, dass Weltraumüberlegenheit ein entscheidender Faktor in künftigen Konflikten sein wird." Indem die USA diesen rechtlichen Spielraum so offen nutzen, läuten sie offiziell eine neue Ära orbitaler Konfrontation ein.
Mögliche Folgen der Militarisierung des Weltraums durch die USA
Die erstmalige öffentliche Stationierung einer Orbitalwaffe durch die USA spiegelt die Sorge vor chinesischen und russischen Anti-Weltraum-Fähigkeiten wider. Dieser Schritt verdeutlicht nicht nur die beschleunigte Militarisierung des Weltraums durch die USA, sondern könnte auch die internationalen Spannungen verschärfen. Die Warnung Chinas unterstreicht die Befürchtung eines Weltraumwettlaufs, der eine breitere militärische Konfrontation nach sich ziehen könnte. Da der Weltraum zum neuen Schlachtfeld wird, werden die technologische und strategische Konkurrenz unter den Staaten zunehmen und die globale Sicherheitsarchitektur beeinflussen.

