- MW entwickelt in die Decke integrierte Roboterarme, um Hausarbeit zu automatisieren.
- Das Unternehmen plant, sein automatisiertes Wohnhaus 2028 in Tokio auf den Markt zu bringen.
- Die erste Generation des MW bot ist bereits fertiggestellt und wird verkauft.
- MW verwaltet die gesamte Lieferkette vertikal – vom Design bis zum Bau der Roboter.
Während globale Tech-Giganten verstärkt zweibeinige Humanoiden in die Haushalte bringen, geht das Tokioter Startup MW in die entgegengesetzte Richtung. Das Unternehmen entwickelt in die Decke integrierte Roboterarme, um Hausarbeit zu automatisieren, und bietet damit eine Alternative zu zweibeinigen Humanoiden. Das Konzept stützt sich auf drei Säulen: maßgeschneiderte Wohnarchitektur, die integrierte Hardware namens MW bot sowie das Software-Betriebssystem MW Intelligence. Berichten zufolge plant MW, sein automatisiertes Wohnhaus 2028 in Tokio auf den Markt zu bringen. MW-CEO Narita Shuzō stellt sich bis 2035 eine jährliche Produktion von 10.000 roboterausgestatteten Wohnhäusern vor.
Marktherausforderungen für automatisierte Wohnhäuser
Dieses Ziel zu erreichen bedeutet, rund 5 % des derzeitigen japanischen Marktes für neu gebaute Wohnhäuser zu erobern und das automatisierte Wohnen als Mainstream-Standard zu etablieren – nicht als Nischen-Luxus.
Narita schrieb in einem Blogbeitrag: „Die ersten Wohnhäuser und die Software sind bereits fertiggestellt, wir haben über 1.000 Bewerbungen erhalten und mit dem Verkauf begonnen. Die erste Generation (Gen1) unseres gemeinsam mit dem Bau und der Software entwickelten MW bot ist ebenfalls fertig.“ Er fügte hinzu: „Dieser Roboter wurde in ein Anhänger-Wohnhaus integriert – ein erster Schritt zur Verschmelzung von Architektur und KI-Robotern.“
Bei Haushalts-Humanoiden ist der Markt von Begeisterung erfüllt. Doch aufgeräumte Labore spiegeln kaum die Realität gewöhnlicher Haushalte wider. Sicherheitsbedenken und Platzmangel haben neue Designs hervorgebracht. Kompakte japanische Wohnungen bieten kaum Raum, dass sich sperrige zweibeinige Roboter geschickt zwischen Möbeln, Haustieren oder Kindern bewegen können. Außerdem verbrauchen zweibeinige Roboter enorme Rechenleistung, um das Gleichgewicht zu halten und auf unerwartete Hindernisse zu reagieren. MW ist überzeugt, dass wand- und deckenmontierte Maschinen Hausarbeit leichter bewältigen können – ob die integrierte Bauweise mobilen Robotern überlegen ist, muss allerdings erst die Zeit zeigen.
Das neu vorgestellte deckenmontierte System arbeitet mit zwei Roboterarmen, die mit klauenartigen Greifern ausgestattet sind. Das System läuft auf einer Deckenschiene und kann Alltagsaufgaben wie das Tragen von Lebensmitteln und das Falten von Wäsche übernehmen. Bei einer Live-Demonstration im Tokioter Stadtteil Toyosu am Wasser sortierte der Roboter Lebensmittel wie Sojasoße korrekt von kühlpflichtigen Waren. Er holte erfolgreich ein Handtuch aus dem Trockner und faltete es ordentlich. Beim Falten eines T-Shirts tat er sich hingegen schwer.
Geschäftsmodell und Vision von MW
Das Startup lässt sich vom fiktiven KI-Butler J.A.R.V.I.S. inspirieren, stützt sich derzeit jedoch auf ein Geschäftsmodell im Hochpreissegment. MW hat bereits ein dreistöckiges Haus im Stadtteil Meguro verkauft und baut weitere nachrüstbare Wohnhäuser in Yokohama und Fukuoka, mit Preisen zwischen RMB¥200 Mio. und ¥400 Mio. (ca. US$1,30 Mio. – US$2,70 Mio. (ca. HK$10 Mio. – HK$21 Mio.)). Das Hauptziel ist, bis 2028 das erste voll funktionsfähige, roboterausgestattete Wohnhaus zu verkaufen. Anders als andere Tech-Unternehmen, die ausschließlich Software entwickeln, oder Hardware-Startups, die Wohnungen von Drittanbietern übernehmen, verwaltet MW die gesamte Lieferkette vertikal: Landakquise, Gebäudedesign, Baumanagement, Entwicklung der KI-Modelle und Bau der physischen Roboter.
Derzeit verfügt das Unternehmen über Seed-Mittel in Höhe von 3 Mrd. Yen (ca. 20 Mio. US-Dollar) und strebt eine Series-A-Finanzierung von 10 Mrd. Yen an. Das vor zwei Jahren gegründete Unternehmen setzt große Hoffnungen darauf, dass integrierte Roboter die ultimative Lösung für Hausarbeit werden. Narita schrieb im Blog: „Wir haben tatsächlich noch nicht einmal 1 % dessen erreicht, was wir uns vorgenommen haben, aber unsere ursprüngliche Vision nimmt nach und nach Gestalt an.“ Berichten zufolge plant das Startup, 2029 mit der internationalen Expansion zu beginnen, hat jedoch noch keinen potenziellen Börsengang (IPO) festgelegt.
Derzeit zielt MW auf größere Wohnbauprojekte als nächsten Markt ab und prüft neue Vorhaben in Futtsu und im Naganoer Ferienort Karuizawa.
Posten Spezifikation Robotermodell MW bot Gen1 Wohnhaustyp Dreistöckiges Wohnhaus Geplantes Markteinführungsjahr 2028 Preisbereich RMB¥200.000.000 (ca. HK$218.000.000) - ¥400.000.000 (ca. US$1.300.000 (ca. HK$10.140.000) - US$2.700.000 (ca. HK$21.060.000))
Zukunftspotenzial automatisierter Wohnhäuser
Mit dem Fortschritt der Technologie werden automatisierte Wohnhäuser zunehmend zum Trend der Zukunft. Die integrierten Roboterarme von MW bieten eine neuartige Lösung, insbesondere in den platzbegrenzten japanischen Wohnungen, und können Hausarbeit effektiv bewältigen. Obwohl der Markt für Haushalts-Humanoide voller Begeisterung steckt, stehen der praktischen Anwendung Herausforderungen gegenüber. MWs Strategie besteht darin, durch vertikale Integration die Lieferkette zu kontrollieren, was dazu beitragen wird, die Produktqualität zu steigern und die Kosten zu senken, sodass automatisierte Wohnhäuser zur Mainstream-Wahl werden.

