- Dünne Platinbeschichtungen können den Edelmetallverbrauch von Wasserstoffanlagen um etwa 88 % senken.
- Während der Protonenaustauschmembran-Wasserelektrolyse sind Metallkomponenten den Herausforderungen einer chemischen Umgebung ausgesetzt.
- Bipolarplatten machen bis zu 30 % der Gesamtkosten von Wasserstoffanlagen aus.
- 24 Nanometer dünne Platinbeschichtungen behalten im Test eine gute elektrische Leitfähigkeit.
Platinbedarf von Wasserstoffanlagen
„Wenn das System langfristig betrieben werden soll, müssen die einzelnen Komponenten sorgfältig aufeinander abgestimmt sein. Die Bipolarplatten spielen dabei eine besonders wichtige Rolle und machen bis zu 30 % der Gesamtkosten des Systems aus.“ Diese Platten stützen die Anlage nicht nur mechanisch, sondern leiten auch Strom und helfen, Wasser und Gase zu transportieren. Titan ist gut korrosionsbeständig, doch auf seiner Oberfläche bildet sich eine Oxidschicht, die den Stromfluss behindert. Eine dünne Platinbeschichtung kann dieses Problem lösen, indem sie das Titan schützt und zugleich den Strom wirksam leitet. Dünne Beschichtungen bestehen im Test. Das Team der Technischen Universität Wien untersuchte systematisch, wie dick diese Schutzschicht sein muss.
Testergebnisse dünner Platinbeschichtungen
Tests zufolge reichte eine 24 Nanometer dicke Beschichtung unter den untersuchten Bedingungen aus, während eine 8 Nanometer dicke Beschichtung deutliche Probleme zeigte. Im Vergleich zu den derzeit in der Industrie verwendeten 200-Nanometer-Beschichtungen steht eine erfolgreiche dünne Beschichtung für das Potenzial, den Platinverbrauch um etwa 88 % zu senken. Die Forscher untersuchten zudem, wie widerstandsfähig diese Beschichtungen nach elektrochemischer Belastung waren, statt nur ihre anfängliche Leistung zu bewerten. „Wir haben die Beschichtungen mit hochauflösenden Methoden vor und nach elektrochemischer Belastung analysiert. Von besonderer Bedeutung war die Frage, ob in der Beschichtung mikroskopische Defekte auftreten.“
sagt Riedl-Tragenreif. Kleine Defekte können die Schädigung beschleunigen. Defekte in der Platinschicht können das darunterliegende Titan dem Angriff aussetzen. Titan oxidiert, und an der Grenzfläche können kleine Sauerstoffbläschen entstehen, die mechanische Spannungen erzeugen und die Beschichtung weiter schädigen. Wenn größere Bereiche abplatzen, wird mehr Titan freigelegt, und die Schädigung beschleunigt sich. Die 8 Nanometer dicke Beschichtung zeigte deutliche Anzeichen dieses Prozesses. Nach elektrochemischer Belastung beobachteten die Forscher größere Defekte und stellten fest, dass die Menge an Titan- und Platinionen, die in den Elektrolyten gelangen, deutlich zunahm. Die 24 Nanometer dicke Beschichtung hingegen blieb unter den untersuchten Bedingungen größtenteils intakt, behielt eine gute Leitfähigkeit und hielt die Freisetzung von Metallionen auf einem sehr niedrigen Niveau.
Auswirkungen dünner Platinbeschichtungen auf die Wasserstoffproduktion
Bei der Wasserstoffproduktion hat die eingesetzte Platinmenge erheblichen Einfluss auf die Kosten. Die Studie zeigt, dass dünne Platinbeschichtungen den Bedarf an Edelmetallen wirksam senken können, was nicht nur die Produktionskosten verringert, sondern auch die Haltbarkeit der Anlagen erhöht. Das Design der Bipolarplatten und die Materialauswahl sind entscheidend für die Leistung des Gesamtsystems, insbesondere angesichts der Herausforderung durch chemische Korrosion. Die Ergebnisse dieser Studie könnten die Kommerzialisierung von Wasserstofftechnologien fördern und nachhaltigere Energielösungen vorantreiben.

