- Die Dalian University of Technology hat ein eierschalenbasiertes Metamaterial entwickelt, um Raumfahrzeuge vor Weltraumschrott zu schützen.
- Das neue Design nutzt 3D-Drucktechnologie zur Herstellung hohler Aluminiumeierschalen, die starke Stoßwellen effektiv absorbieren.
- Mit Wasser gefüllte Eierschalenstrukturen zeigten bei Aufpralltests die beste Leistung und verlangsamten die Geschwindigkeit von Projektilen um fast 65%.
- Das Forschungsteam arbeitet an der Verbesserung des Materialdesigns, um den Schutz zu maximieren und das Gewicht zu minimieren, um das Kessler-Syndrom zu verhindern.
Berichten zufolge könnte eine von Eierschalen inspirierte Konstruktion schon bald zum Schutz von Raumfahrzeugen vor Hochgeschwindigkeitskollisionen im Orbit eingesetzt werden. Forscher der Dalian University of Technology haben ein biologisch inspiriertes, leichtes Metamaterial entwickelt, das auf der Struktur von "Eierschalen" basiert, um Raumfahrzeuge vor Weltraumschrott zu schützen. Mit der Zunahme von Raketenstarts verwandelt sich die Umlaufbahn zunehmend in eine Müllhalde. Derzeit befinden sich fast eine Million Metall-, Farb- und zerbrochene Raketenteile mit einem Durchmesser von mehr als einem Zentimeter mit extrem hoher Geschwindigkeit auf der Erdumlaufbahn. Selbst winzige Trümmer können bei einer Geschwindigkeit von mehreren zehntausend Meilen pro Stunde eine explosionsartige Kraft wie eine Handgranate erzeugen und bedrohen so kritische Satelliten, teure Weltraumteleskope und bemannte Raumstationen.
Ingenieure haben jahrzehntelang nach leichteren und widerstandsfähigeren Panzerungen gesucht, um diesen kosmischen Geschossen standzuhalten, und die Antwort könnte in der Eierschale liegen.
Design und Leistung der Eierschalenstruktur
Das Team aus Dalian hat ein Schutzsystem für Raumfahrzeuge vorgeschlagen, das der Eierschale nachempfunden ist. Sie haben mit Hilfe von 3D-Drucktechnologie ein Array aus hohlen Aluminiumeierschalen hergestellt und diese zwischen zwei Metallplatten eingeklemmt. Diese Konstruktion absorbiert effektiv starke Stoßwellen, die sonst traditionelle Panzerungen zerbrechen lassen würden. Der Autor Wang Yuxin erklärte: "Natürliche biologische Strukturen zeigen durch langfristige Anpassung hervorragende Energieabsorptionsleistungen."
Das Konzept der Flüssigkeitsdämpfung mag zunächst unrealistisch erscheinen. Eier sind für ihre Zerbrechlichkeit bekannt und zerbrechen schon bei leichtem Druck auf der Theke. Doch die Natur hat die Form der Eier zu einem geometrischen Kunstwerk gestaltet. Wenn man sie zu einem Array anordnet, entsteht eine unerwartet robuste Struktur. Die Forscher platzierten die mit Wasser gefüllten Aluminiumeierschalen mit der stumpfen Seite nach unten zwischen zwei Platten. Diese Konstruktion verteilt die Aufprallkraft auf das gesamte System. Das Ergebnis ist, dass jede Eierschale nacheinander zusammenbricht und die kinetische Energie allmählich absorbiert und zerstreut. Wang erklärt: "Eine einzelne Eierschale bricht bei lokaler Kraft leicht, aber der Schutzmechanismus eines Eierschalenarrays ist völlig anders."
Die kooperative Verformung dieser Eierschaleneinheiten wandelt die lokale Stoßbelastung in eine im Metamaterial verteilte Energieumwandlung um und verbessert die Schlagfestigkeit der Zielplatte erheblich.
Verbesserung des Materials zur Erhöhung des Schutzes
Die Zugabe von Wasser in die Aluminiumeierschalen verbessert die Leistung der Panzerung weiter. Bei Hochgeschwindigkeitskollisionen rollt die eingeschlossene Flüssigkeit im Inneren und verringert die Ausbreitung der nachfolgenden Stoßwellen. Um das Design zu bewerten, führten die Forscher 3D-Drucktests und Simulationen durch und verglichen massive Aluminiumplatten, wassergefüllte Aluminiumkugeln und Eierschalen-Metamaterialien. Die wassergefüllte Eierschalenstruktur zeigte die beste Leistung unter allen Designs und verlangsamte die Geschwindigkeit der Aufprallprojektile um fast 65%, während die massive Aluminiumplatte nur 51% erreichte. Die beste Wirkung wird erzielt, wenn die Eierschalen aufrecht mit der Spitze nach oben zur oberen Platte platziert werden.
Wang erklärt: "Diese Arbeit zeigt, dass biomimetische leichte Metamaterialien ein vielversprechender Schutzansatz für Hochgeschwindigkeitskollisionen sind. Wir hoffen, dass diese Forschung mehr Aufmerksamkeit auf biologisch inspirierte Schutzstrukturen lenken wird." Doch dieses Material ist noch nicht bereit für den Raketenstart. Das Team arbeitet aktiv an der Verbesserung der Dicke, Anordnung und des Seitenverhältnisses der Metallschalen, um bei maximalem Schutz das Gewicht zu minimieren, was für die Raketenlast entscheidend ist. Dies kann das Kessler-Syndrom verhindern, eine gefährliche Kettenreaktion, bei der Kollisionen zwischen Weltraumobjekten Tausende von Hochgeschwindigkeitsfragmenten erzeugen, die andere Satelliten und Raketen treffen und noch mehr Trümmer erzeugen, schneller als die atmosphärische Dämpfung sie eliminieren kann.
Wenn dieser biologisch inspirierte Ansatz übernommen wird, könnte er zu einem unsichtbaren Schild werden, der die größten Errungenschaften der Menschheit im Weltraum vor dem tödlichen Müllhalo schützt, der die Erde umgibt.
Diese Forschungsergebnisse wurden am 8. September im Journal of Applied Physics veröffentlicht.
Das Potenzial biologisch inspirierter Designs für den Raumfahrt-Schutz
Die Forschung der Dalian University of Technology zeigt das Potenzial biologisch inspirierter Designs für den Schutz im Weltraum, insbesondere angesichts des zunehmenden Problems des Weltraumschrotts. Mit der Zunahme der Weltraumaktivitäten wird der Schutz von Raumfahrzeugen vor Hochgeschwindigkeitskollisionen immer dringlicher. Das Design der Eierschalenstruktur kann nicht nur Stoßwellen effektiv absorbieren, sondern auch durch Flüssigkeitsdämpfung die Leistung weiter verbessern. Der Erfolg dieser Studie könnte neue Lösungen für die Sicherheit zukünftiger Raumfahrzeuge bieten und mehr Aufmerksamkeit auf biologisch inspirierte Materialien lenken, was die Entwicklung und Anwendung der entsprechenden Technologien vorantreiben könnte.

